0 Artikel

0,00 €

0
Zur Kasse
Anzahl Artikel Einzelpreis
Zwischensumme 0,00 €
Zur Kasse

Registrieren

» Passwort vergessen

» Überprüfungs-E-Mail zusenden


0 Artikel

0,00 €

0
Zur Kasse
Anzahl Artikel Einzelpreis
Zwischensumme 0,00 €
Zur Kasse

Registrieren

» Passwort vergessen

» Überprüfungs-E-Mail zusenden


Schizophrenie

Schizophrene Erkrankungen machen etwa 1 % der Bevölkerung aus. Das sind rund eine Million Betroffene im deutschen Sprachraum, etwa 60 Millionen weltweit aufweisen.
Therapie der negativen Symptome mit anderen Arzneimitteln
Neben den bei Negativ-Symptomen entscheidenden Neuroleptika und ggf. zusätzlich unterstützenden Antidepressiva werden gelegentlich auch andere Arzneimittel empfohlen. Einzelheiten würden hier zu weit führen, zumal die Untersuchungen dazu noch nicht abgeschlossen sind. – Möglich sind aber vor allem Benzodiazepin-Tranquilizer, wenn es sich um sehr unruhig-gespannte und ängstlich-verunsicherte Patienten handelt, zumal die mild-beruhigende und angstlösende Wirkung der Beruhigungsmittel auch heute noch von keiner anderen Substanzgruppe übertroffen wird – wenngleich mit den bekannten Risiken (z. B. Abhängigkeitsgefahr und \”“chemische Gleichgültigkeit\”“ bei mittel- bis langfristigem Einsatz). – Diskutiert werden auch die sogenannten Phasen-Prophylaktika, die sich beim Rückfallschutz manischer und depressiver Phasen bewährt haben, nämlich Lithiumsalze, Carbamazepin und Valproinsäure. Doch auch sie bedürfen noch abschließender Untersuchungen und müssen ohnehin in der Hand des psychiatrischen Facharztes bleiben.

NICHT-MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNGSMETHODEN
Angesichts der allgemeinen Zurückhaltung gegenüber Medikamenten im allgemeinen und Psychopharmaka im speziellen (Schlagworte: “chemische Zwangsjacke”, “Pillenkeule”) ist es verständlich, dass man selbst bei der Negativ-Symptomatik von schizophren Erkrankten gerne nicht-medikamentöse (nicht-biologische) Behandlungs-Methoden ins Gespräch bringt. Manchmal heißt es sogar: Eine gute psychologische (psychotherapeutische) oder zumindest mitmenschliche Betreuung könnte das gleiche bewirken – wenn sie nur zustande käme.
Aber zum einen ist letzteres selten genug (und scheitert nicht nur an der begrenzten Zahl von Experten, die in der Schizophrenie-Psychotherapie auch kompetent sind, von der geschulten Unterstützung durch Nicht-Fachleute ganz zu schweigen), zum anderen darf man nicht vergessen: Bei der Schizophrenie handelt es sich um eine biologische Erkrankung, und diese verlangt als Basis-Therapie eine biologische Behandlung. Es führt also meist kein Weg an entsprechenden Medikamenten, in diesem Fall bestimmten Neuroleptika vorbei.
Andererseits ist es unbestritten, dass vier Säulen besser tragen als drei, zwei oder gar nur eine. Und so ist es auch in der Therapie. Je umfassender ein sogenannter Gesamt-Behandlungsplan, desto erfolgreicher die Therapie. Denn hier greift eines ins andere und stabilisiert damit das therapeutische Angebot, was vor allem bei sogenannten Langzeit-Erkrankungen wie einer schizophrenen Psychose unerlässlich ist. Oder kurz:
Nicht-medikamentöse Therapieverfahren sind auch bei schizophrenen Erkrankungen unerlässlich. Sie sind allerdings ohne medikamentöse Unterstützung im allgemeinen und bei einer Negativ-Symptomatik im speziellen meist nicht ausreichend wirksam, um den Betroffenen vor allem aus seiner drohenden psychosozialen Sackgasse herauszuführen. Eine Kombination im Rahmen eines Gesamt-Behandlungsplanes ist der erfolgreichste Weg.

Die wichtigsten nicht-medikamentösen Zusatztherapien bei der negativen Symptomatik einer Schizophrenie sind (unter Benutzung der jeweiligen fachlichen Überbegriffe) folgende Verfahren:
Bewältigungsorientierte Therapien; Training von sozialer Kompetenz, Wahrnehmung und Fertigkeiten; Training der verbalen Kommunikation und kognitiven Leistungsfähigkeit; interpersonelles Problemlösen; Maßnahmen im Arbeits-, Wohn- und Freizeitbereich; andere Behandlungsverfahren wie Ergotherapie, Physiotherapie, Musik- und Tanztherapie, sozialtherapeutische Korrekturen und Unterstützungsmaßnahmen u. a.
Einzelheiten würden hier zu weit führen, weshalb auf die entsprechende Spezialliteratur verwiesen werden muss. Eines aber gilt für alle Therapieverfahren:
Jede dieser therapeutischen Maßnahmen – ob allgemein-psychotherapeutisch, verhaltenstherapeutisch oder, wie der Fachausdruck heißt: interaktionstherapeutisch – muss sich an den Möglichkeiten und Grenzen (!) des jeweiligen Kranken orientieren. Es gilt nicht zu unterfordern, vor allem aber nicht zu überfordern. Letzteres ist ein besonderes Problem, weil man sich gerne am Leistungsspektrum gesunder Mitmenschen orientiert. Aber genau das ist bei seelisch Kranken im allgemeinen und schizophren Erkrankten im speziellen ein Trugschluss, der bei Nichtbeachtung schnell zu Versagen und damit Minderwertigkeitsgefühlen, reizbaren Reaktionen bis hin zur verzweifelten Aggressivität, vor allem aber zu Rückzug und Isolation führt.

Was kann man, was muss man beachten?
Zwar wirkt eine Negativ- oder Minus-Symptomatik auf Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und allgemein zwischenmenschlich so, wie es der Name sagt: negativ. Doch setzt sich dieses ungünstige Gesamt-Bild aus verschiedenen Komponenten zusammen. Und die gilt es auch unterschiedlich zu bearbeiten. – So werden Mangel an Energie, Schwung, Initiative, Dynamik, d. h. Antriebsminderung oder gar Antriebslosigkeit, verbunden mit Interesselosigkeit und Willensschwäche (Fachausdrücke: Apathie, Abulie und Antriebsminderung) am ehesten durch eine geeignete Gestaltung des näheren Lebensumfeldes bekämpft. Das heißt: Die regelmäßigen (!) Aktivitäten sind nicht im luftleeren (oder klinisch-zurückgezogenen) Schonrahmen durchzuführen, sondern in den Alltag einzubinden, so wie es der Gesunde auch muss oder darf. Und es geht um ein ständig ausbalanciertes Gleichgewicht zwischen Unter- und Überstimulation und das fortlaufende Training von sozialen Kompetenzen bzw. Fertigkeiten im Alltag. Dafür gibt es ganz bestimmte Therapieprogramme (z. B. Brenner). – Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen können durch Training der sogenannten kognitiven Fähigkeiten angegangen werden, d. h . mit ergotherapeutischen Maßnahmen, Gruppentherapieprogrammen, speziell entwickelten integrierten Programmen wie etwa das kognitive Training bzw. das integrierte psychologische Therapieprogramm (IPT). Hier gilt es vor allem die schizophrenie-typischen Störungen der Informationsverarbeitung zu verbessern. – Zur Milderung der Beziehungs- und Kontaktstörungen gibt es ebenfalls spezielle Unterprogramme. Dazu gehören beispielsweise Rollenspiele, Gruppentherapie und aktivitäten sowie Teil-Konzepte der Ergo, Musik- und Tanztherapie.
Alle diese Maßnahmen zielen letztlich auf zwei wichtige Aspekte: Krankheitsbewältigung und stabiles Selbstwertgefühl. Schizophrene Menschen mit negativen Symptomen nehmen in der Regel sehr bewusst die psychosozialen Defizite wahr, die ihnen ihre Erkrankung aufzwingt. Sie entwickeln also ein negatives Selbstbild von sich selber oder kurz: Scham- und Minderwertigkeitsgefühle. Und das in übersteigerter und meist noch verzerrter Form, was eine aktive Bewältigung des Leidens und seiner Konsequenzen geradezu verhindert.
Umgekehrt fördert natürlich ein realitätsnahes und die gesunden Persönlichkeitsanteile stärkendes Selbstbild die Krankheitsbewältigung und gesellschaftliche Integration. Deshalb ist diesen Aspekten in jeder Art von Therapie eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

LITERATUR Sehr schwieriges Thema, das schon in der Psychiatrie selber zu bisweilen kontroversen Diskussionen führt. Andererseits auch sehr wichtig, was Verständnis, Belastung, Heilungsaussichten und psychosoziale Integrationen der Betroffenen anbelangt, von den Angehörigen, Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen ganz zu schweigen. Wachsende Zahl von Fachliteratur (wobei dieses Thema schon vor hundert Jahren in Fachartikeln und -büchern erörtert wurde), relativ wenig in allgemeinverständlicher Form. Grundlage vorliegender Ausführungen ist das Fachbuch:
Marneros, A.: Negative Symptome der Schizophrenie. Thieme-Verlag, Stuttgart – New York 1997
Weitere (auch durchaus ergiebige ältere) Fachbücher zum Thema:
Bleuler, E.: Dementia praecox oder die Gruppe der Schizophrenien. Deuticke-Verlag, Leipzig 1911
Bleuler, M.: Die schizophrenen Geistesstörungen im Lichte langjähriger Kranken- und Familiengeschichten. Thieme-Verlag, Stuttgart 1992
Bleuler, M.: Die schizophrenen Geistesstörungen. Thieme-Verlag, Stuttgart 1972
Bleuler, M.: Lehrbuch der Psychiatrie. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1994
Huber, G.: Psychiatrie. F. K. Schattauer-Verlag, Stuttgart-New York 1999
Kisker, K. P. u. Mitarb. (Hrsg.): Psychiatrie der Gegenwart 4: Schizophrenien. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1987 Kraepelin, E.: Psychiatrie. Barth-Verlag, Leipzig 1899
Marneros, A. u. Mitarb.: Affektive, schizoaffektive und schizophrene Psychosen. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1991
Marneros, A.: Schizoaffektive Erkrankungen. Thieme-Verlag, Stuttgart – New York 1995
Möller, H. J., E. Pelzer: Neuere Ansätze zur Diagnostik und Therapie schizophrener Minussymptomatik. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1990
Möller, H. J., G. Laux: Fortschritte in der Diagnostik und Therapie schizophrener Minussymptomatik. Springer-Verlag, Wien 1994
Müller-Spahn, F.: Diagnostik und Therapie schizophrener Minus-Symptomatik. Schnetztor-Verlag, Konstanz 1991

Bei allen Ausführungen handelt es sich um allgemeine Hinweise. Bei persönlichen Anliegen fragen Sie bitte Ihren Arzt

 

Fotoquelle: Vlue / shutterstock

Warenkorb

0 Artikel

0,00 €

0
Zur Kasse
Anzahl Artikel Einzelpreis
Zwischensumme 0,00 €
Zur Kasse
Merkzettel
Kundenkonto
Bestellschein
Rezept einlösen
Rezept einlösen
Newsletter
Newsletter